Valdivia

Ein erster Abstecher zum Pazifik: wir fahren nach Valdivia, weil uns ein Chilene diese Stadt besonders an Herz gelegt hat. Er vergaß zu erwähnen, dass hier ein gewöhnungsbedürftiges Klima herrscht. Durch die Nähe zum Pazifik türmen sich täglich riesige Wolkenmassen auf, die durch die Winde über die Landschaft getrieben werden und meistens regnet es dann, mal nur ein bisschen, mal ein wenig mehr oder aber richtige Wolkengüsse. Also, ein ziemliches Regenloch! Einen verregneten Vormittag nutze ich, um zum Friseur zu gehen. Einer sehr fröhlichen Friseurin erkläre ich, was ich möchte, und sie macht sich singend ans Werk. Am Ende sind wir beide zufrieden.

In Valdivia fließen mehrere kleinere Flüsse zusammen, bevor dann der Fluss Valdivia in den Pazifik mündet. Es gibt eine kleine hübsche Uferpromenade, an der auch jeden Tag ein Markt stattfindet. Neben Obst und Gemüse wird auch frischer Fisch angeboten. Die Fischhändler müssen dabei auch immer die sehr forschen Seelöwen im Blick behalten, die ihren Anteil fordern. Ein bißchen weiter am Ufer entlang tummelt sich auf einem verlassenen Steg auch eine kleine Seelöwenkolonie. Die sind hier eine echte Attraktion. Außer ein paar Warnhinweisen gibt es keine Absperrungen oder ähnliches. Sehr sympatisch, jeder ist selbst verantwortlich für sein Handeln!

Der deutsche Einfluss ist auch hier spürbar. Es gibt eine große deutsche Schule (und die Kids werden nach Schulschluss von den Eltern in großen Limousinen abgeholt, was prompt ein Verkehrschaos verursacht), mehrere Brauereien und ein Museum, welches die deutsche Siedlungsgeschichte zeigt.

Wir unternehmen eine Bootsfahrt,
um die kleine vorgelagerte Insel Teja zu umfahren. Da es etwas eng an Bord war, durften zwei Personen neben dem Kapitän sitzen und während der Kapitän eine rauchen ging, auch fahren.

Gegründet wurde die Stadt bereits im 16. Jahrhundert von den Spaniern und weil sie natürlich auch eine strategische Bedeutung hatte, wurde sie gleich durch drei Festungen gesichert, die an der Pazifikeinmündung des Flusses liegen. Heute sind nur noch die Außenmauern dieser Forts zu erkennen. Wir nehmen zunächst den Bus nach Niebla und anschließend die Fähre nach Corral, um auf die gegenüber liegende Fluss-Seite zu gelangen. Es gibt leider nicht ganz viel zu sehen, der ganze Ort wirkt etwas herunter gekommen und wenig einladend. Das Schönste ist die Bootsfahrt auf einem heftig schaukelnden Miniboot im Sonnenschein!

In unserem Hostel treffen wir auf ganz viele sympatische Reisende. Die Lehrerin aus Bayern, die auch ein Sabbatjahr nimmt, eine Doktorandin der Meteorologie, die ein halbes Jahr auf einem Forschungsschiff in der Antarktis war und nun Urlaub macht. Eine angehende Ärztin, die nach Abschluss des Studiums erst einmal raus muss und zwei junge Holländerinnen, die ihre Jobs gekündigt haben, um durch Südamerika zu reisen. Da gab es viel zu erzählen, Erfahrungen und Erlebnise auszutauschen. Sehr schön!

Ein Kommentar

  1. Sehr schön, da seit ihr ja unter euresgleichen 🙂 und uns in Deutschland vergesst ihr auch nicht. Sehr schön :)))

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