Pucon

Nach Pucón locken uns ganz viele Empfehlungen von Reisenden. Vom Pazifik geht es deshalb noch einmal ganz dicht bis an die argentinische Grenze. Pucón ist eines der Zentren des chilenischen Tourismus. Das Angebot an Sport- und Freizeitaktivitäten ist riesig; Bergsteigen, Rafting, Wandern, Baden, Reiten und, und und. Eine besondere Attraktion sind die zahlreichen heißen Quellen, die in Thermalbädern genutzt werden können. Es gibt wohl mehr als 20 in der Umgebung. Diese widerum gibt es nur, weil hier in der Nähe mehrere Vulkane liegen.

Wir kommen bei regnerischen,  ungemütlichen Wetter hier an. Da ist es so schön, dass im Hostel der Kamin im Wohnzimmer  angemacht wird und wir dort einen entspannten Nachmittag auf dem Sofa verbringen können. Am nächsten Tag ist die Sonne wieder da und wir leihen uns MTBs, um eine Rundtour zu starten. Nachdem Heiko die Räder einer umfassenden Wartung (inklusive Olivenöl für die Kette) unterzogen hat, geht es los. Es geht zunächst sanft los und wird dann immer hügeliger. Zum ersten Mal haben wir Probleme mit einem freilaufenden Hund. Als wir an einem Grundstück entlang fahren, springt plötzlich einer der drei dort liegenden Hund auf und läuft bellend Heiko hinterher. Es hilft nur absteigen und anschreien, bevor der Hund sich verzieht. Leider merken wir nach kurzer Zeit, dass wir einen falschen Abzweig genommen haben und müssen wieder zurück. Also nochmals dort vorbei und noch einmal das gleiche Spiel… Aber immerhin: der Hund trollt sich! Bisher haben wir hier die Hunde- und es gibt wirklich sehr viele- immer friedfertig und wirklich gut sozialisiert erlebt. Nun, Ausnahmen gibt es wohl immer. Den Rest der Tour bleiben wir unbehelligt und genießen von verschiedenen Stellen den fantastischen Blick auf den Vulkan Villarica, der so beeindruckend ist, weil er permanent raucht (und nachts sogar im Dunkeln leuchtet). Die Landschaft hier erinnert uns an das Voralpenland: satte grüne Wiesen, Kühe und Pferde. Das ist schon komisch, gegen solche Vergleiche können wir uns nicht wehren. Gegen Mittag dann ein Stopp bei einigen kleinen Wasserfällen (Ojos del Caburga). Die gelten hier als echte Attraktion. Da wir die Iguazu-Wasserfälle noch gut in Erinnerung haben, hält sich unsere Begeisterung dafür jedoch in Grenzen. Auf dem Rückweg der Tour halten wir an einem kleinen Laden, der selbstgemachten Kuchen und Käse verkauft. Wir probieren uns durch das Käseangebot und nehmen für´s Abendbrot ein Stück mit. Lecker!

Gut 20 Kilometer von Pucon entfernt, liegt ein privater Naturpark, der eine schöne Wandermöglichkeit eröffnet. Der Weg führt durch alte Araukarienwälder und viel Bambus auf einen Aussichtspunkt, der den Blick auf insgesamt vier Vulkane freigibt. Das ist echt lohnend, obwohl der Weg gerade zu Beginn und zum Ende hin richtig steil ist. Vielleicht ist das auch der Grund, dass wir nicht viele andere Wanderer treffen. Zum Erholen und Entspannen buchen wir eine Fahrt zu den „Termas Geometricas“. Diese Thermen liegen zwar gut zwei Stunden Fahrzeit entfernt, sind aber auch etwas Besonderes. Direkt in ein kleines Tal hinein hat ein chilenischer Architekt eine wunderschöne Thermen-Anlage gebaut. Sehr gekonnt wurde hier Natur und bauliche Notwendigkeit miteinander verbunden. Rote Holzstege verbinden die verschiedenen Wasserbecken miteinander. Die schwarzen Felsen und der üppige grüne Pflanzenwuchs bilden einen tollen Kontrast. Die Wassertemperaturen betragen 33-44 Grad und wem es dann zu warm wird, der kann unter natürlichen Wasserfällen bei 7 Grad Abkühlung finden. Vulkane haben also auch ihr Gutes! Wir sind nur erstaunt, dass der Weg dorthin so beschwerlich ist. Die letzten 19 Kilometer bis zum Eingang sind reine Schotterpiste, wir werden ordentlich durchgerüttelt. Ich glaube, kein deutscher Autoliebhaber würde das seinem Fahrzeug zumuten. Hier kein Problem und das Ziel lohnt jeden Kratzer und Schramme.

 

3 Kommentare

  1. Unser Nutzen: Ihr bildet uns geographisch mächtig fort. In Wikipedia habe ich zusätzlich gelesen: Im Januar wurde der „Iron Man 70.3 Pucón“ dort ausgetragen. Ich finde Heiko in der Ergebnisliste nicht unter den ersten Drei … Dabei sieht er auf dem einen Poolfoto ganz schön „iron“ aus 😉

  2. Die Anmeldefrist war leider schon abgelaufen…

  3. Hey Ihr Weltenbummler,

    es macht richtig Spaß in eurem Blog zu stöbern.
    Toll, dass Ihr so viel erlebt und so eine schöne Reise habt.

    Viele Liebe Grüße vom ganzen Team.

    Craig

Schreibe einen Kommentar zu Craig Kammeyer Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.