Caldera

Wüste und Minen – jetzt sind wir angekommen im Norden von Chile. Auf unserem Weg von La Serena nach Caldera wird die Landschaft immer karger, zunächst noch ein bisschen grün, dann Kakteen und anderes niedriges Buschwerk und schließlich nur noch Steine, Staub, Sand. Wie fast alle Reisenden in Chile sind wir auf dem Weg nach San Pedro de Atacama, dieses kleine Dorf mitten in der Atacama-Wüste. Wir haben uns entschieden, einen Zwischenstopp in Caldera einzulegen. Caldera ist ein kleines Städtchen am Pazifik und in den Sommermonaten ein beliebtes Reiseziel für die Chilenen, da es hier sehr schöne Strände gibt. Jetzt ist es hier sehr ruhig und alles sehr gemächlich.

Wir haben ein sehr schönes Hostel gefunden, mit einem sehr aufgeschlossenem und aufmerksamen Besitzer. Er organisiert für uns und ein paar andere Reisende aus dem Hostel an einem Feiertag (es ist Volkszählung in Chile und nahezu alle Geschäfte sind geschlossen) einen Ausflug an einen etwas abgelegenen Strand (Playa Chorrillos). Die letzten Meter müssen wir an der Küstenlinie entlanglaufen oder besser gesagt „klettern“ und dann erleben wir ein unglaublich schönes Panorama!Test Wir verbringen einen entspannten Nachmittag am Strand mit dem Blick auf eine nimmermüde Brandung.

Ca. 100 Kilometer nördlich von Caldera entfernt befindet sich der Nationalpark „Pan de Azucar“, ein Schutzgebiet für Tiere und Pflanzen. Wüstenfüchse, Guanakos und auf der vorgelagerten Insel Pinguine, Seeotter und Seelöwen sind zu beobachten. Wir machen eine Tagestour dorthin und ewundern insbesondere auch die vielen unterschiedlichen Kakteenarten,die es nur hier gibt. Leider sind sie bedroht, da – bedingt durch den Klimawandel – die Bedingungen immer schlechter werden. Regen gab es schon immer wenig hier, aber bisher verlässlich. Seit ein paar Jahren gibt es zwar Regen, der dann aber kurz und sehr heftig ausfällt, so dass die Pflanzen letztlich zu wenig Wasser speichern können. Schon jetzt sind von den Pfaden aus viele vertrocknete Kakteen zu sehen, z. T. große Pflanzen, die viele Jahrzehnte alt sind/waren. Wir können an mehreren Stellen im Nationalpark sehen, mit welcher Wucht die Wassermassen bei Regen ins Tal rauschen.Da werden innerhalb einer Nacht  metertiefe Gräben in die Wüste gezogen, die auch Straßen unterspülen oder wegreißen und ganze Ortschaften verwüsten.

Unser Guide macht uns auf einen Busch aufmerksam, der – wie ich finde –  ziemlich unspektakulär und eher vertrocknet aussieht. Wenn man jedoch die Rinde ein wenig anritzt, tritt eine milchige Flüssigkeit aus, die toxisch ist. Wenn sie auf die Haut gelangt, reagiert die Haut mit heftigen Rötungen und Juckreiz. Zur Zeit der spanischen Eroberer haben die ansässigen indigenen Stämme diese „Milch“ unter die Begrüßungsgetränke für die Spanier gemischt. Viele von ihnen haben es nicht überlebt… Es ist eine ganz faszinierende Landschaft, zum einen so lebensfeindlich und karg und trotzdem von einem anziehenden Reiz! Wahrscheinlich würden hier nicht so viele Menschen leben, wenn es die zahlreichen Minen (Kupfer, Erz, Lithium) nicht gäbe. Dort verdienen gerade die jungen Menschen viel Geld. Das zweite Standbein ist der Tourismus, der immer weiter zunimmt, zumal es das ganze Jahr Sonne gibt.

2 Kommentare

  1. Es sieht ein bisschen aus wie auf dem Mars. Und Richtung Norden ist da wohl noch lange kein Ende abzusehen. Bolivien übernimmt die Landschaft. Ist das Euer nächstes Ziel?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.