Jeeptour Salar de Uyuni

Den Südwesten von Bolivien erkunden wir mit einer viertägigen Jeeptour, die in Tupiza startet und in Uyuni (insgesamt fast 300 Kilometer) endet. Die gesamte Gruppe umfasst zwei Jeeps mit insgesamt 10 Touris, zwei Fahrern und einer Köchin (was Dolores mit zwei Gasherdplatten kocht, ist echt erstaunlich- und alles richtig lecker!). Wir sind eine internationale Gruppe, 6 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Frankreich, zwei aus Israel und Heiko und ich. Wir einigen uns schnell auf Englisch als ‚Umgangssprache‘, da so alle erreicht werden. Bis auf die Frau aus Israel (egoistisch, unhöflich, asozial – warum sie reist, ist mir ein Rätsel) sind es alle sehr angenehme Reisende, mit denen wir viel Spaß und Vergnügen haben. Sehr schön ist auch, dass wir auf der Tour immer mal wieder eine kleine Musikeinlage zu hören bekommen. Camille und Damien haben ihre Instrumente (Cello und Violine) dabei und nutzen die Pausen, um zu üben und zu spielen. Toll!

Wir erleben eine absolut faszinierende, abwechslungsreiche Landschaft, die uns staunen lässt! Ca. zwei Kilometer nach Tupiza beginnt die Schotterpiste und sie endet erst wieder kurz vor Uyuni. Die Jeeps werden auf dieser Strecke bis auf Äußerste gefordert, aber unser Fahrer (und Mechaniker) Pablo hat immer alles gut im Griff. Wir bekommen vulkanische Gesteinsformationen zu sehen, Wüste, Lagunen, Lamas, Flamingos, Vulkane, Geysire und als Höhepunkt zum Schluss den größten Salzsee der Welt, den Salar de Uyuni. 12000 Quadratkilometer Salz: wirklich Salz soweit das Auge reicht. Himmel, Horizont und Salzfläche verschwimmen in der gleißenden Sonne!

Die erste Etappe ist auch gleich die längste. Durch die zahlreichen Aussichtspunkte, Foto – Stopps (incl. einer Autopanne) und einem ausgiebigen Mittagessen in einem kleinen Dörfchen kommen wir erst im Dunkeln im Nationalpark (Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa, REA) und unserem Hostel an. Der Standard hier ist ein anderer als gewohnt: keine Heizung, keine Duschen und nur Mehrbett-Schlafräume. Sehr, sehr schlicht! Mit Schlafsack, drei Decken und ganz viel warmen Sachen überstehen wir die Nacht gut. Sobald dann am Morgen die Sonne aufsteigt, wird es wieder warm. Für uns verwöhnte Europäer echt gewöhnungsbedürftig, für die Menschen hier normal.

Der zweite Tag beginnt mit ungewöhnlichen Lagunenlandschaften und gegen Mittag bietet sich die Gelegenheit in den heißen Termen von Polquis zu baden. Ich kann mich nicht überwinden, bei dem kalten Wind in ungeheizten Umkleidekabinen Badesachen an- und auszuziehen. Andere (auch HEIKO) sind da härter im Nehmen… und später sehr begeistert. Weiter geht es zur grünen Lagune (laguna verde) auf fast 5000 Meter Höhe, die die südwestliche Grenze zu Chile und Argentinien bildet. Dahinter der Vulkan Licancabur, den wir schon von San Pedro de Atacama gesehen haben. Verschiedene Mineralien färben das Wasser der Lagune in dieser intensiven Farbe. Der Blick darauf ist wunderschön – und absolute Ruhe!

Nicht weit entfernt halten wir am Geysirfeld Sol de la Manana. Hier qualmt, blubbert und brodelt es aus der Erde. Im Nachmittagslicht eine fast unwirkliche Stimmung. Bei unserem zweiten Hostel dann eine böse Überraschung. Es gibt keinen Strom und so muss schnell improvisiert werden. Nach einigem Hin und Her finden wir eine andere Unterkunft und freuen uns, dass wir dort heiß duschen können.

Mit dem Besuch von ungewöhnlichen Sandsteinformationen beginnen wir den dritten Tag. Faszinierend, was Wind und Wetter so alles ausbilden können. Gegen Mittag erreichen wir eine kleine stille Oase, die niemand in dieser Wüstenlandschaft vermuten würde. Die „Laguna Negra“ (schwarze Lagune) wird gespeist vom Wasser aus den Anden und bietet zahlreichen Vögeln und anderen Tieren einen Lebensraum. Wir machen eine kleine Wanderung und sind erfreut über so viel Schönheit und Ruhe an diesem Ort.

Von Süden kommend nähern wir uns schließlich dem Salar de Uyuni. Noch eine Schranke passieren und schon sind wir drauf auf dieser unendlichen weißen Fläche. Ungefähr in der Mitte des Sees stoppen wir an der Isla Incahuasi. Dies ist eine Insel aus versteinerten Korallen, auf der riesige Kakteen (bis zu 10 Meter hoch) wachsen. Unwirklich inmitten der Salzwüste. Unsere letzte Übernachtung ist in einem Salzhotel in Coquesa, an der Nordseite des Salars. Hinter dem Ort liegt ein weiterer Vulkan, der Tunupa. Drei wagemutige Franzosen aus unserer Gruppe stehen um drei Uhr nachts auf, um mit einem örtlichen Führer auf den Vulkan zu steigen und den Sonnenaufgang zu beobachten. Dem Rest der Gruppe ist das zu früh und zu kalt. Wir begnügen uns mit dem Sonnenaufgang von der Uferseite aus. Auch sehr stimmungsvoll! Nach dem Frühstück fahren wir ein Stück den Vulkan hinauf, um zunächst in einer Höhle einige Mumien zu bestaunen, die dort natürlich konserviert entdeckt worden sind. Anschließend geht es steil bergauf (auf 4000 Meter Höhe wirklich anstrengend) zu einer Aussichtsplattform, die einen tollen Blick auf den Kraterrand und die Salzwüste bietet.

Auf dem Weg nach Uyuni machen wir einen letzten Stopp auf dem See, wo alle die Gelegenheit nutzen, ausgiebig Fotos zu machen. Dann nochmals eine unfreiwillige Pause: unser Jeep hat einen Plattfuß und so muss der Reservereifen vom Dach geholt und gewechselt werden. Puh! Am späten Nachmittag erreichen wir dann Uyuni und sind glücklich, aber auch erschöpft von den vielen Eindrücken. Wir übernachten in Uyuni und fahren am nächsten  Morgen  weiter nach Potosi.

 

2 Kommentare

  1. Das hört sich echt cool an.
    Da wäre ich auch gerne,schön das ihr das so schön berichtet.

    • Hallo Luca, toll das dir unsere Beiträge gefallen und inspirieren.
      Vielleicht können wir später in deinem Blog stöbern und verfolgen wie du die Welt erobert.

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