Arequipa

Die zweitgrößte Stadt Perus hat eine äußerst reizvolle Lage. Umgeben von drei Vulkanen, die von der Altstadt gut zu sehen sind, ist das Umland geprägt durch terrassenförmig angelegte Felder, auf denen intensiv Landwirtschaft betrieben wird. Arequipa trägt den Beinamen „weiße Stadt“,  da viele Gebäude im historischen Zentrum aus hellem Tuffstein gefertigt sind. Uns erinnert es ein wenig an Andalusien. Der zentrale Platz der Stadt ist an drei Seiten umgeben von Arkadengängen- sehr eindrucksvoll- und an der vierten Seite steht die Kathedrale der Stadt.Diese wirkt allerdings eher wie ein offizielles Regierungsgebäude und nicht wie eine Kirche. Kurios! Da der gesamte Platz für den Autoverkehr gesperrt ist, ist es ein beliebter Treffpunkt für die Menschen der Stadt. Sehr belebt und quirlig den ganzen Tag! Ansonsten gilt dasselbe wie für viele andere Städte, die wir kennengelernt haben. Sobald man das historische Zentrum verlässt, wird es zunehmend ärmlicher und auch schmutziger in den Straßen. Das wiederholt sich überall.

Etwas ganz Besonderes gibt es in Arequipa zu bestaunen: das Kloster San Catalina! Das ist quasi eine kleine Stadt in der großen Stadt. Ich habe etwas vergleichbares noch nicht gesehen. Bereits im 16. Jahrhundert gegründet wuchs die Anlage rasch und wurde immer größer. In den adligen spanischen Familien war es üblich die zweitgeborenen Töchter in ein Kloster zu schicken. Ausgestattet mit einer hohen Mitgift (für die Kirche) durften sie da ihr Leben verbringen. Die Klosterzellen in San Catalina sind kleine Wohnungen mit jeweils eigenen Küchen und Vorratsräumen. Dienerinnen versorgten hier die adligen Damen, so dass sie abgeschirmt von der Außenwelt ein sorgenfreies, komfortables Leben führen konnten.Erst 1970 öffnete sich das Kloster und wurde teilweise zu einem Museum umgebaut. Eine sehr beeindruckende architektonische Anlage, das Einsperren von jungen Mädchen ist allerdings völlig inakzeptabel! Wirklich eine grausige Vorstellung!

Heiko hat sich aus Cusco einen Magen-Darm-Infekt mitgebracht. Zwei Tage verbringt er mehr oder weniger im Bett bzw. im Zimmer. Das ist ärgerlich und unangenehm, aber wohl nicht zu vermeiden – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen. Von ganz vielen Reisenden haben wir gehört, dass es sie auch erwischt hat. Ich habe also viel Zeit zum Bummeln und Schauen in der Stadt!

Um auch einen Eindruck von den Vororten der Stadt zu bekommen, nehmen wir an einer klassischen Touri-Bustour teil. Der erste Halt bietet einen schönen Blick in die Landschaft mit den künstlich bewässerten Anbauflächen der Landwirtschaft. Es gibt auch die Möglichkeit eine lokale Eisspezialität zu probieren: Queso (=Käse) – Eis. Hergestellt wird es im Wesentlichen aus Ananas, Kokos und Zimt. Den Namen hat es folglich von der Farbe und nicht von den Zutaten.

Südlich der Stadt fahren wir an einer deutsch-peruanischen Schule vorbei, ein beeindruckender moderner Komplex. Angeblich eine der teuersten Schulen der Stadt in sehr angenehmer Atmosphäre. Ganz in der Nähe liegt auch das Landhaus des Gründers von Arequipa. Heute ist es ein Museum und ein schönes Beispiel für koloniale Architektur. Heiko ist ganz entzückt, dass er in den Räumen einen Wasserfilter der Firma Berkefeld aus Celle entdeckt. Wir freuen uns immer wieder über diese Bezüge in die Heimat! Daneben ist das Anwesen heute auch eine sehr exklusive Adresse für Hochzeitsfeiern. Wer die Kapelle für eine Hochzeit bucht, darf maximal 70 Gäste mitbringen und dafür 6000 Dollar bezahlen. Essen, Getränke, Service etc. müssen separat bezahlt werden. Wer es denn braucht…

 

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