Quito

Wir sind immer noch ein bisschen im Galapagos-Modus gefangen. Ankommen in der Großstadt fällt schwer. Die Zeit wird jedoch sinnvoll genutzt, um unsere nächsten Ziele zu planen. Dabei bekommen wir in unserem Hostel tolle Tipps (Quilotoa-Wanderung und für Kolumbien) und viel Unterstützung bei der Reiseplanung.

Quito liegt nur wenige Meter südlich der Äquatorlinie, was die Stadt und die zahlreichen Reiseagenturen mächtig bewerben. Peinlicherweise hat sich herausgestellt, dass das von der Regierung errichtete Denkmal (Mitad del Mundo= Mitte der Welt) an der falschen Stelle steht. Aber trotz allem, die Touris finden es toll und strömen herbei (wir haben darauf verzichtet, zumal wir mit dem Boot bei Galapagos den Äquator überfahren haben).

Die Altstadt von Quito ist ein koloniales Kleinod. Bereits seit 1978 gehört sie zum Weltkulturerbe. Sehr schön restaurierte Häuser und – wie immer- beeindruckende Kirchen sind zu bewundern.Auch viele Museen gibt es, deren Eintritt fast immer frei ist. Auf dem zentralen Platz findet sich ein Denkmal für die Unabhängigkeitskämpfer gegen die spanische Herrschaft in Lateinamerika. Der Platz ist schön gestaltet und Treffpunkt für die Einwohner der Stadt. Zudem ist er umgeben von der Kathedrale, dem Palast des Erzbischofs und dem Präsidentenpalast, was die besondere Aura noch verstärkt. Wir nehmen uns dort eine Auszeit, ich probiere eine lokale Spezialität, ein pernil, das ist ein Brötchen, was pikant gefüllt ist mit gebackenem Schweinefleisch. Sehr lecker! Ansonsten beobachten wir Leute und genießen das geschäftige Treiben. Zufällig kommen wir auch noch in den Genuss eines kleinen Gitarrenkonzertes, welches zwei sehr alte Herren dort geben. Heiko ist ganz fasziniert über die Fingerfertigkeiten der beiden Männer. Sehr melodisch, sehr schön! Ich spende ein paar Dollar und bekomme dafür einen herzlichen Händedruck und ein charmantes Lächeln geschenkt. Und ich werde gefragt, wer der ‚pistolero‘ neben mir ist…

Die älteste Straße in Quito ist die Calle de la Ronda, sie markiert die einstige Südgrenze der Stadt (heute liegt sie quasi mittendrin).Es ist eine schmale, kopfsteingepflasterte Straße in der es viele Läden, Restaurants und Cafes gibt. Am Wochenende, besonders am Abend, ist sie ein Treffpunkt der Städter. Wir entdecken dort einen kleinen Hutladen und Heiko bekommt dort seinen – mittlerweile – dritten Hut in Südamerika! Wir probieren auch equadorianische Schokolade, sehr lecker übrigens, und erfahren in diesem Geschäft, dass Equador zu Beginn des 20. Jahrhunderts der weltweit größte Kakaoproduzent war. Heute ist es vor allem das Erdöl, was Devisen einbringt. Bei der Marktlage des Rohöls allerdings ein unsicheres Pfund. Führend ist Equador beim Export von Rosen. Im Hochland liegen riesige Betriebe. Wir lernen, dass es hier sehr ungeschickt – um nicht zu sagen dumm –  ist, einer Frau Rosen zu schenken. Diese Blumen sind sehr günstig überall zu haben, es macht folglich keinen guten Eindruck damit aufzutauchen…

Ein Kommentar

  1. Es mag unpassend sein, aber apropos „Rosen schenken“: Da muss wieder an das Lied von Annett Louisan denken, in dessen Refrain es heißt: „Immer wenn ich Rosen krieg, weiß ich, Du bescheißt mich.“ Sorry.

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