Cartagena (de Indias)

Wir landen um 21.00 Uhr in Cartagena. Gleich am Flughafenausgang schlägt uns schwül-warme Luft entgegen. Wow, was für ein Unterschied! Schlafen ist nur noch mit Ventilator oder Klimaanlage möglich. Unser Hostel befindet sich im historischen Zentrum, was eindeutig auch der schönste Teil der Stadt ist. Wir bewundern die gut restaurierten kolonialen Bauten, die heute, wenn sie denn verkauft werden, nur für viel Geld zu haben sind. Es finden sich auch viele z. T. exklusive Läden dort, neben den unzähligen Touristenshops und Bademodengeschäften.

Um Cartagena ranken sich so viele Geschichten: leider, leider Eintrittstor (Cartagena besaß das Monopol für den Verkauf der „Ware“ Mensch) für die vielen Sklaven, die aus Afrika hierher verschleppt wurden, Umschlagplatz für das von den Spaniern geraubte Gold und Silber und auch immer wieder Angriffen durch Piraten (ich bin inspiriert und lese gleich nochmal den Überfall von Francis Drake nach) ausgesetzt, die hier plünderten…

Die wehrhafte Stadtmauer, die noch in großen Teilen erhalten ist, und mehrere beeindruckende Festungsanlagen zeugen von der turbulenten und kriegerischen Vergangenheit. Cartagena trägt ganz offiziell in Kolumbien den Titel ‚La Heróica‘, die Heldenhafte. Dies geht angeblich zurück auf eine Äußerung von Simon Bolivar, dem Allgegenwärtigen, der damit den Mut und die Entschlossenheit der Bewohner im Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier würdigte. Noch heute ist man sehr stolz auf diese Auszeichnung!

Wir erleben Cartagena als besonders schön mit einzigartiger Atmosphäre am Abend. Da fahren nur noch wenige Autos durch die engen Gassen, einige Straßen sind sogar ganz gesperrt, und viel Leben findet auf den öffentlichen Plätzen und in den Parks statt. Meist kommt auch eine frische Brise vom Meer, so dass es wirklich angenehm ist. Dazu dann noch ein Cocktail, wir lernen: Karibik und Cocktail passen einfach zusammen,  perfekt! In den Bars wird ganz häufig auch Rum angeboten, das ist Tradition. 3, 8, 12 und 20 Jahre alter brauner Rum ist im Angebot. Wir probieren uns da ein bisschen durch … und ich bin wirklich überrascht, wie unterschiedlich die Sorten sind (lecker!!!).

Cartagena gehört zu den meist besuchten Städten in Kolumbien und das merken wir auch sehr schnell im Stadtbild, obwohl im Moment Nachsaison ist. Gut gefällt uns der Stadtteil Getsemani, der außerhalb des eigentlichen historischen Kerns liegt und früher der Lebensraum der Handwerker und kleinen Händler war. Dort geht es gemächlicher zu, auch authentischer, und sehr lebendig und bunt. Kurios finden wir die Touri-Spaßbusse, die abends grell beleuchtet und mit dröhnender Musik durch die Stadt fahren. Drinnen kreischende und angetrunkene Touris, die das gaaaanz toll finden! Wer’s braucht….

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